14.3.07

Die USA

Da ich mit Air Pacific von Auckland in die USA geflogen bin, mussten wir in Nadi zwischenlanden um dort einen anderen Flieger nach Los Angeles zu besteigen, der zum Glueck ueber 10 Stunden Verspaetung hatte. Erstaunt stellte ich fest, dass ich die Nacht in einem Hotel in Fidschi auf Kosten der Fluggesellschaft verbringen darf, drei Betten nur fuer mich alleine - was sagt man dazu? - etwa zwei zu viel? In Los Angeles gelandet musste ich natuerlich meine Fingerabdruecke der US-Datenbank (etwa von der NSA verwaltet?) zufuegen - mein linker abgeschnittener Zeigerfinger ist dafuer anscheinend nicht geeignet, so wollte der Grenzbeamte meinen linken Daumen haben. Meine erste Eindruecke aus den USA sehen folgendermassen aus: der Ein-Dollar-Schein beherrscht das Bild, egal welcher Automat, Busticket, Getraenke, Internet - dieser Schein wird gebraucht. Als Naechstes habe ich erfahren, haette ich eigentlich noch aus Pulp Fiction wissen muessen, wie ein Hamburger bei McDonalds heisst - Kuota Paunda, richtig. Was noch, Kaffee scheint in den USA Wasser als Getraenk zu ersetzen, ich weiss nicht welche Mengen davon sie verbrauchen, aber die Statistik wird sicherlich interessant aussehen - soll es etwa wirklich das Ergebnis der Boston Tea Party sein? Kaum zu glauben. Wahrscheinlich erklaert es auch die Dichte der Starbucks Cafes - die Anzahl der Doenerbuden in der dortmunder Nordstadt kann hiermit sicherlich nicht mithalten. Der oeffentliche Nahverkehr ist meines Erachtens gar nicht schlecht - und die Preise wuerde ich mir auch in Deutschland wuenschen. Ein-Tages-Ticket fuer ganz L.A. kostet ganze drei USD . In San Francisco und Seattle sind Busse, die ueber Oberleitungen angetrieben, im Einsatz. Die Fahrt mit Amtrak ist ein Genuss, so gibt es wahrcheinlich nur wenige Strecken, die landschaftlich wenig zu bieten haben. Was die Puenktlichkeit angeht koennte sich Amtrak jedoch die Deutsche Bahn als Beispiel nehmen - so stellt euch lieber nicht vor, wie viele Stunden Verspaetung die Zuege hatten - irgendwie hat es jedoch ganz und gar nicht gestoerrt - liegt wohl daran, dass ich an die Deusche Bahn gewoehnt bin. Bisher ist mein Bild von DEM AMERIKA sehr gut, obwohl ich mich nicht auf den Weg nach East L.A. begeben habe - ich bewerte auch Dortmund nicht an dem Eindruck aus Scharnhorst. Was sicherlich ins Auge faellt, sind die vielen Obdachlosen - nun, das us-amerikanische Gesellschaftsbild ist anders als unser. Alles in allem scheint es ein ganz normales Land mit normalen Menschen zu sein - dieses ist sicherlich die Abweichung von dem Bild, welches wir ueber die Medien und die Unterhaltungsindustrie aufgesogen haben - ein normales Land der unbegrenzten Moeglichkeiten.

Gruss aus Seattle

Les

3.3.07

Neuseeland - von der Suedinsel bis nach Auckland


Sollte ich nach dem Tod nicht direkt in den Himmel kommen, sondern als eine Kuh oder ein Schaaf wiedergeboren werden - so wuerde ich definitiv alles tun, um nach Neuseeland zu kommen. Ob die 40 Millionen Schaafe hier sich dessen bewusst sind, in welchem Paradies sie leben? Wahrscheinlich schon - die meisten sehen schon ziemlich zufrieden aus - weiden sie doch auf den saftigen gruenen Wiesen in landschaftlich an Schoenheit kaum zu ueberbietenden Gebieten mit Gletschern, Bergen, schneebedeckten Bergen, wegen der Gletscher tief blau-tuerkiesfarbenen Fluessen, die zum Teil wirkllich surreal wirken. Auf Grund der kleinen Flaeche der Suedinsel haben die Sedimente aus den Gletschern wahrscheinlich nicht genug Zeit, sich abzusetzen - welch ein Glueck fuer das menschliche Auge. In der Gegen um Wanaka braucht man nur eine Stunde Zufuss zuruecklegen, um sich den Rob Roy-Gletscher anzusehen. Es ist schon ein unvergessliches Erlebnis Lawinen zuzusehen, aus einer sicheren Entfernung natuerlich (Anmerkung an die Eltern). Von Wanaka ist es nur eine Stunde mit dem Auto nach Queenstown, wahrscheinlich DER Stadt auf der Suedinsel. Eine Stadt fuer Adrenalinjunkies, der hoechste Bungyjump der Welt kann dort genossen werden, glatte 134 Meter Freifall die allein beim Zuschauen einen Eindruck machen, viele Cafes, Bars und Geschaefte machen den Aufenthalt unvergesslich. Und dann kamm Milford Sound! Die Gegend heisst Fjordland, nicht ohne Grund, wie einige von euch bereits auf den Fotos es gesehen haben - die die noch nicht in Norwergen waren, stellen sich einen Fjord wahrscheinlich auch so vor, steile Waende, tiefes Wasser und ein wirlich starker Eindruck, die die Natur einem hinterlaesst. Von Milford habe ich mich dann ueber Queenstown auf den Weg nach Mt. Cook gemacht, um den 3754 M. ue. N.N. zu besteigen. Nun, bestiegen habe ich den hoechsten Berg Neuseelands nicht - heisse schliesslich nicht Edmund Hillary (der zurzeit in Auckland lebt - 1953 hat er zusammen mit Tenzing Norgay als erster Mensch den Mt. Everest bestiegen) , allein des Anblicks war die Reise wert. Die Zeit wird eng, dessen wurde ich mir bewusst und habe mich so schnell wie moeglich nach Picton begeben, um die grosse Uberfahrt ueber die Cook Strasse, die die Suedinsel von der Nordinsel trennt, zu wagen. Nach drei Stunden war die nur zu emfehlende Ueberfahrt geschafft, so bin ich in Wellinton, der Hauptstadt gelandet. Kleiner als Dortmund, macht sie doch einen ganz vernuenftigen Eindruck, sehr viele Cafes, Bars, Theater, ein geniales Te Papa Museum, nach dem Guinness Museum in Dublin das zweite, welches ich wahrscheinlich jedem empfehlen wuerde - alles, wie es sich fuer eine Hauptstadt gehoert. Schliesslich habe ich mich entschieden, mit dem Zug, genannt - the Overlander - von Wellinton nach Auckland zu fahren, naja, man kann in den etwas ueber vier Wochen nicht alles sehen.

Beste Gruss aus Auckland

Les

13.2.07

Ueber Melbourne nach Neuseeland

Heya Guys! Diesen Spruch werde ich mir abgewoehnen muessen - das ist klar. Nun bin ich im neuen Land angekommen, Neuseeland. Zuerst habe ich ein paar Tage in Perth verbracht, alte Bekannschaften getroffen, die man so auf dem Weg ueber die Westkueste gemacht hat - als Ergebnis kann ich euch nur mitteilen, dass Kneipen in Perth nicht allzu billig sind - dann schon lieber nach Melbourne, fuer mich die schoenste Stadt Australiens, eine wunderschoene Victoria State Library in der man Tage verbringen kann, unendliche Anzahl von Cafes und Kneipen, in denen man unzaehlige Naechte verbringen kann. Fuenf Tage in Melbourne, Partys mit alten Bekannten (Anja - noch einmal danke fuer die Zeit in Melbourne, das Wiedersehen war schon genial) an meiner alten Wirkungsstaette - und dann direkt nach Neuseeland, um sich wieder einmal zu entspannen und weiter zu ziehen. Gelandet bin ich in Christchurch, der groessten Stadt auf der Suedinsel. Fuer die, die es noch nicht wissen, Neuseeland besteht haupsaechlich aus zwei Inseln, der Suedinsel und der Nordinsel - praktisch waren die damaligen Einwanderer auf jeden Fall. Die Bergkette auf der Suedinsel heisst??? wer weiss es? Ja, genau, die Suedlichen Alpen. Zurzeit sitze ich im Franz Josef Glacier (so heisst die Ortschaft - die Oesis scheinen auch ihren Anteil an Entdeckern von neuen Welten zu haben, obwohl Julius von Haast, der Entdecker ein Deutscher war - etwa ein weiterer Opportunist?) und ziehe weiter in Richtung Sueden, um irgendwann mal im Fjordland anzukommen. Fuer Outdoor-Geschaedigte ist es DAS Land, Wandern, Klettern, Kajakfahren, Kanu, Segeln, Bungie, Rafting, Gletscherwandern und was weiss ich noch. Dies ist besonders eine Empfehung an die Gebrueder Grzeschik:-)

Gruss aus Neuseeland

Les

27.1.07

Westaustralien


Vor ein paar Tagen habe ich meine Taetigkeit auf der Sandelholzplantage gekuendigt und habe nun wieder Zeit, uebers Reisen zu berichten. Seit Monaten bin ich in nur einem Bundesstaat Australiens unterwegs - Western Australia. Ganz Australien ca. 21 mal groesser ist als Deutschland, allein West Australia ist immer noch 7 mal groesser als Deutschland und hat dabei nur 2 Millionen Einwohner - wobei etwa 1,3 Millionen alleine in Perth leben. Praktisch bedeutet das, dass ich von Darwin nach Perth etwa 4000 km zurueckgelegt habe ohne eine groessere Stadt, ganz zu schweigen davon eine grosse Stadt anzufahren. Man faehrt, faehrt und faehrt, kommt einem ein Auto entgegen, gruessen sich die Fahrer ohne sich zu kennen - wahrscheinlich aus Langeweile. Waehrend der Regenzeit im Norden Australiens wird der Great Northern Highway ofter fuer ein paar Tage gesperrt - es fliesst zu viel Wasser ueber die Strassen, sogar zu viel, um mit einem Gelaendewagen durchzukommen. Mit dem Bus mussten wir ein paar mal anhalten und warten, bis der Wasserpegel sinkt, um weiter fahren zu koennen. Ich habe es noch geschafft, aus Kununurra herauszukommen, die Nachkommenden mussten mindestens sechs oder sieben Tage warten - oh, Kununurra, ich werde dich nicht unbedingt vermissen! Die Westkueste ist genial, vor allem in der Nebensaison, die
Busse sind leer, die Hostels sind leer, die Straende sind leer - so wie es eigentlich sein sollte - wer auf Action und Party steht, sollte die Westkueste (mit der Ausnahme von Perth) lieber meiden und stattdessen die Ostkueste erkunden.

Beste Gruesse

Les

31.12.06

Weihnachten in Kununurra

Haben wir gerade Weihnachten gefeiert? Irgendwie habe ich es nicht mitbekommen. Bei hochsommerlichen Temperaturen mit gelegentlichen Schauern kommt ein Weihachtsgefuell einfach nicht auf, es ist nichts vom der weihnachtlichen Gemuetlichkeit sowie dem vorweinachtlichen Stress zu spueren, nach der Arbeit ein Bierchen, danach ein weiteres Bierchen im Swimmingpool und es geht in einem internationalen Umfeld sukzessive weiter. Irgendwie habe ich das Gefuehl, dass ein durchschnittlicher Einwohner dieser Stadt die Weihnachtsfeier so verbracht hatte - alles in allem kann ich Weihnachten in Australien als ein sehr interessantes, interkulturelles Experiment durchaus empfehlen, wer jedoch einen warmen Gluehwein auf einem Weihnachtsmarkt in Kaelte einem kalten Bier im Swimmingpool bei Hize vorzieht, sollte waehrend der Weihnachten die meisten Orte auf der suedlichen Halbkugel meiden. Nun bin ich auf das neue Jahr gespannt. Uebrigens habe ich es in den letzten Tagen geschafft, endlich einen John Deere zu fahren - dieses Maschinchen ist durchaus bemerkenswert - zu meinem Standardarbeitsgeraet gehoert zurzeit ein japanischer Kubota, was ebenfalls durchaus zu empfehen ist - Hurrra!

Gruss aus Kununurra, der groessten Stadt Westaustraliens noerdlich von Broome

Les

17.12.06

Ueber die Northern Territory auf dem Weg nach Perth

Von Darwin aus waren es nur 315 km bis in die naechste Stadt, Katherine, die etwa 7000 Einwohner zaehlt - quasi ein outback town. In Katherine gibt es eine Hauptstrasse, etwa 1,5 Supermaerkte, eine Kreuzung aus einer Bushaltestelle und einem Reisebuero, und ein paar Drive Inns(eine Kombination einer Tankstelle mit einem Getraenkemarkt - aussteigen um Bier zu holen ist nicht notwendig - etwa eine Geschaeftsidee fuer Old Germany?) um all die vom richtigen Weg abgewichenen Eingeborenen mit Alkohol zu versorgen und natuerlich Farmen, vor allem Mangofarmen gibt es in Katherine mehrere. Nachdem die Ernte beendet war, sind die Wanderarbeiter weiter gezogen, ich habe mich in die naechste Stadt (ganze 6.000 Einwohner) nur ca. 530 km westlich begeben. Nun bin ich kein Farmarbeiter mehr, sondern darf mich Plantagenarbeiter nennen, zurzeit arbeite ich auf der groessten Sandelholzplantage ausserhalb von Indien, Yeah! Ist das nicht toll! Endlich duerfte ich auch Traktor fahren, habe es noch nicht hinter das Lenkrad eines neuen wunderschoenen John Deere mit einer Klimaanlage und einem CD-Player geschafft, fuer den Anfang war es ein alter Case, na ja, immerhin ein Traktor, einem alten Ursus auf jeden Fall vorzuziehen. Ansonsten wird gepflanzt was das Zeug haelt.

Beste Gruesse aus Kununurra (wo der Pfeffer waechst sollte eigentlich hinzugefuegt werden)


Les

23.11.06

Bali, Singapur und ein neuer Kontintent!

Lange Zeit nix los? Von wegen! Von Bali sind wir zunaechst nach Java zurueck, um von dort aus nach Kuala Lumpur zu fliegen. Eine Nacht durften wir auf den Strassen KL's verbringen, bevor es mit dem Bus weiter nach Singapur ging. Singapur passt so ganz und gar nicht in das asiatische Gesamtbild. Es ist wahrscheinlich die einzige staufreie Stadt Asiens. Sauber, effizient, fuer europaeische Verhaeltnisse relativ billig, fuer asiatische relativ teuer - es ist ein Genuss, sich dort fuer ein paar Tage aufzuhalten - die Bierrechnung in der Kneipe kann man mit der Kreditkarte begleichen - also macht euch auf den Weg, all ihr Gutverdiener. Von Singapur sind wir ueber nach Darwin. Nach dem Motto, neuer Kontinent neues Glueck haben wir beschlossen, die Reise jeder auf eigene Faust fortzufuehren. Der summierte maximierte Einzelnutzen der Reise ist auf diese Weise hoeher als der maximierte Gesamtnutzen beim gemeinsamen Reisen. Somit habe ich keine Ahnung, wo Boss jetzt sitzt, ich befinde mich zurzeit im Outback und geniesse jeden Tag auf einer Mangofarm arbeitend. 4:40 aufstehen, Fruehstueck, Fahrt zum Feld (nur 35 km) und ab geht die Post - it's picking time! Zusammen mit Englaendern, Franzosen, Daenen, Deutschen und Australiern wird gepflueckt, bis die Haende bluten. In den letzten Tagen duerfte ich meine Kenntnisse des Gabelstaplerfahrens unter Beweis stellen - karre natuerlich Mangos hin und her.

Gruesse aus dem Outback

Les

24.10.06

Von Sumatra ueber Java nach Bali

Von Malaysia ging es mit der Faehre von Malakka ueber die Strasse von Malakka nach Dumei, eine Hafenstadt auf Sumatra. Von dort aus haben wir uns auf die muehevolle Reise in Richtung Norden gemacht, um ein paar naechte am groessten Vulkansee der Erde, dem Tobasee, zu verbringen. Als dieser vor 74.000 Jahren explodierte haben es angeblich nur 15.000 Menschen auf der gesamten Erde ueberlebt - es setzte der sog. vulkanische Winter ein. Ein grosser Dank an den Neanderthaler - er hatte diese Katastrophe ueberlebt. Hart wie Kruppstahl, oder Sau oder Aehnliches koennen wir vergessen, hart wie der Neanderthaler lautet der Spruch! Auf Sumatra konnten wir uns endlich zu Gemuete fuehren, was eigentlich die Bezeichnung "economy class" im wahrsten Sinne des Wortes bedeutet. Bei Busfahren hat man die Wahl zwischen der "economy" der "executive" oder der "super executive". Standard fuer uns ist natuerlich die billigste Klasse, es ist mehr als eine Frage des Prinzipes (Kosten). Nun economy leitet sich vom Sparen, Sparsamkeit uws. ab. Auf Sumatra bedeutet es ab und zu, dass einem bei einer Nachtbusfahrt beim Aufwachen die Kackerlacken direkt in die Augen schauen - und schaemen sich dessen nich einmal! Von Medan ging es dann mit dem Flugzeug nach Jakarta, die etwa 100 Quadratkilometer grosse Innenstadt ueberrascht einen eigentlich nur positiv. Saubere, schoene Strassen, Schoppingcenter, Starbuck Cafes - es ist alles vorhanden. Die Slums in den Aussenbeziken soll es auch geben - ein Durchschnittstouri, der nicht auf Armutsbesichtigung steht, bekommt diese aber nicht zu sehen. Da zum Ende des Ramadans ganz Indonesien unterwegs ist, mussten wir einen Umweg ueber Badung nach Bali nehmen - nur 30 Stunden Busfahrt - dieses Mal haben wir uns fuer "executive" entschieden.

Gruss

Les

12.10.06

Weiter in den Süden


Nach meinem kurzen Urlaub in der Heimat hat Asien mich wieder. Eine Erholung ist nach einer Hochzeit in Polen auch dringend nötig. Während ich in Polen unterwegs gewesen bin, hat das Team bestehend aus Luki und Lena (L&L) Bangkok so schnell wie es nur möglich war verlassen, um die Orte zu besuchen, die Thailand als Urlaubsort berühmt gemacht haben. Es ist nicht die Khao San Road, wie manche verlorene Seele zu denken vermag, es sind die Inseln im Süden des Landes, die ich leider nur aus Erzählungen von L&L kenne. Weiße, anscheinend bis zum Horizont nicht endende zum Teil einsame oder sehr einsame Strände, Wellen, die das Duschen überflüssig machen, da sie jeglichen Schmutz auch aus der letzten Pore herauswaschen. So ist die Insel Ko Lantha eindeutig als ein Schätzchen unter den thailändischen Schätzen zu empfehlen. Dann haben L&L einen Umweg über Krabi und Hat Yai in Thailand genommen und sich auf den Weg nach Malaysia gemacht. Gorge Town muss man eigentlich passieren. Kuala Lumpur ist uns mittlerweile auch ziemlich gut bekannt, obwohl es zurzeit von brennenden Wäldern Sumatras in einer Smogwolke verschwindet, daran muss auch Brunei und ganz Borneo zurzeit leiden. Was für alte Irlandfans vielleicht interessant klingen mag, ein Guinness bekommt man in Malaysia an jeder Ecke, auch wenn es mindestens so viel kostet wie in Irland - ein Geschmackstest war natürlich Pflicht, das Ergebnis: Luki mag auch dieses hier sehr - ob das an den 8% Alkohol liegen mag? - ich ziehe das unbelastete frisch gezapfte Dublin-Guinness definitiv vor, was jedoch um Gottes Willen keinen von einem Besuch in Malaysia abhalten sollte!

Beste Grüße

Les

23.9.06

Bangkok - der Putsch

Gerade aus Myanmar in Bangkok angekommen erfuhren wir bei einem naechtlichen Spaziergang von einem erschrockenen Ami, dass in Thailand ein "civil war" ausgebrochen ist. Wieder mal einer auf Drogen unweit der Khao San, dachten wir. Dann um ca. 24 Uhr sind wir schliesslich in eine Kneipe hin, um ein weiteres Bierchen zu geniessen - und was sehen wir auf CNN, Bush persoenlich vor der Versammlung der Vereinten Nationen sprechend mit dem Untertitel "Thailand - Breaking News", naja, vielleicht stand der Ami doch nicht unter Drogeneinfluss. Schliesslich um ca. 2 Uhr nachts machten wir uns zur Khao San, dachten dass die Khao San mit ihren westlichen Touristen der Ort des Widerstandes, der Ort, an dem die Demokratie wieder zu leben beginen wird, sein wird (damals wussten wir noch nicht, dass die meisten Buerger hinter der Armee stehen - ein interessanter Aspekt - geht es etwa darum, die Herrschaft des Volkes mit nichtdemokratischen Mitteln zu schuetzen? Und was passierte an der Khao San? Gar nichts, wahrscheinlich war es die erste Nacht in Bangkok, in der die Sperrstunde fuer den Alkoholausschank (wenigstens auf der Strasse) eingehalten wurde - sind die meisten Westler etwa zu demokratieverwoehnt? Etwas Positives fuer den Tourismus bringt der Putsch auf jeden Fall mit sich, nun hat Bangkok in Form von Panzern und bewaffneten Soldaten ein Touristenziel hinzubekommen - also, falls ihr auf M60 Panzer und Soldaten mit Gewehren durch die Stadt fahrend/laufend steht - dem Katastrophentourismus steht nichts im Wege! Hoffentlich kann Luki ein paar gute Fotos schiessen - Junge pass auf, dass nicht zurueckgeschossen wird, als Tarnung musst du immer eine Flasche Bier dabei haben, auf Unzurechnungsfaehige sollten sie nicht schiessen.

Gruss

Les

20.9.06

Myanmar


Es war eher eine spontane und definitiv eine richtige Entscheidung nach
Myanmar zu fahren. Es ist schwer zu sagen wieso, aber die meisten Touris
nehmen es gar nicht in Betracht, das Land zu besuchen, wenn sie durch
SO-Asien touren. Es ist nicht moeglich, in Landesinnere auf dem Landweg
einzureisen, man darf nicht durch Gebiete reisen, die vom Militaerregime
nicht kontrolliert werden, man muss fliegen - Gott sei dank leben wir im
Zeitalter von Billigairlines. Steigt man aus dem Flugzeug in Yangon aus,
versetzt man sich automatisch in die Vergangenheit - das Strassenbild wird
zum Teil von Fahrzeugen beherrscht, die in den 60ern und davor gebaut
wurden, dies ist hochinteressant, stimmt einen aber auch traurig - Myanmar
ist mit einem BIP pro Kopf mit 260$ eines der aermsten Laender der Welt,
weniger haben nur noch Eritrea, Somalia, Liberia, Aethiopien, Kongo und
Burundi. Irgendwann stellt man sich die Frage, ob die Freundlichkeit und
Herzlichkeit der Menschen umgekehrt proportinal zur ihrer wirtschaftlichen
Leistung ist, Myanmar wuerde diese Regel bestaetigen. Maenner tragen fast
ausnahmslos Maennerroecke (longyi) und kauen Betelnuesse, welche ihre Zaehne
rot einfaerben und verroten lassen, angeblich soll das Kauen der Betelnuesse
ein Gefuehl des Wohlbefindens hervorrufen. In Yangon spuert man einen
starken indischen Einfluss, die Moschees vermitteln ein leicht
arabisch-muslimisches Gefuehl, wobei die meisten Einwohner Buddhisten sind -
Myanmar ist absolut das Land der Tempel. Von Yangon ging es nach Mandalay,
von dort aus mit dem Boot auf dem Irrawaddy-Fluss nach Bagan, eine alte
Stadt mit etwa 2000 Tempeln (glaube ich), die einfach so ohne bestimmte
Anordnung sich zu uebertreffen versuchen. Es gibt kleine Tempel, grosse
Tempel, riesengrosse Tempel - auf die meisten kann man hochklettern und ein
Landschaftsbild geniessen, welches kaum zu uebertreffen ist. Von Bagan
nahmen wir einen Bus zum Inle Lake, einem See, auf dem es ein Dorf ala
Vededig gibt, fast alle Haeuser wurden auf Stelzen gebaut und sind nur per
Boot zu erreichen, hinzu kommen schwimmende Gaerten, in denen hauptsaechlich
Tomaten angebaut werden - ja Inle Lake ist die burmesische Hautstadt von
Tomaten. Vom Inle Lake ging es schliesslich mit Yangon Airways nach Tachilek
ins Goldene Dreieck, wo wir die Grenze nach Thailand ueberqueren konnten.
Myanmar zu bereisen war einfach nur spannend, interessante Menschen, eine
Kneipenkultur mit sehr leckerem Myanmar-Bier, Myanmar-Whiskey,
Unterhaltungen mit Burmesen (die meisten sprechen Englisch), wunderschoene
Landschaften und leckeres Essen, all das ist eine Reise (trotz des
Militaerregimes) nach Myanmar wert.

Gruss

Les

30.8.06

Und dann kam Thailand!

Battambang war unsere letzte Station in Kambodscha. Mit dem Bus ging es zuerst in Richtung Sisiphon, von wo wir einen Pickup nach Pipet an der thailaendischen Grenze genommen haben. Man glaube es oder nicht, ausgerechnet auf der Packe eines Pickups wurde unser Luki zum Opfer eines Verbrechens, sein Portemonnaie mitsamt von ca. 45 USD hat sich in Luft aufgeloest - das war ein wirklich faehiger Taschendieb! Vielleicht wird ja dieses Erlebnis eine positive Wirkung auf das Opfer des Verbrechens ausueben. Konnte man da etwa etwas in der Richtung "es gibt ein Gleichgewicht der Kraefte auf der Welt" hoeren? Ende des Themas - und dann kam Thailand! Wir lieben dieses Land, nette Menschen ueberall (wir sind noch nicht Khao San Road geschaedigt), Strassensnacks ueberall - und diese schmecken einfach ungehaeuerlich gut, dabei kosten sie meistens unter 0,5 Euro, sogar der Eiskaffee bei 7/11 schmeckt einfach genial. Waehrend in Vietnam und Kambodscha ab und zu schon der Gedanke aufkam, als Erstes in Thailand McDonalds zu besuchen, gleicht dieser Gedanke jetzt einer Suende. Wie koennte man nur, eigentlich kann man sich in Thailand nicht einmal bei der Zugfahrt richtig entspannen, waehrend in Polen man nur "Piwo, Piwo, Piwo" in einem Zug zu hoeren bekommt, gleiten in Thailand Snacks an Einem vorbei, Haehnchenkaeulen, etwas Suesses, dann wieder einmal Schwein auf Knoblauch, eine Art Pfannkuchen, dunkle Wuerstchen, helle Wuerstchen, ein Bierchen und wieder ein Wuerstchen. Thailand, wir lieben dich.

Gruss aus Chiang Mai

Les